arrow-downarrow-leftleftlinklinkarrowmailmorephoneright

Die NeRZ-Mitglieder dc-ce, InvenSor, Tobol, Thomas Krenn und Borderstep haben gemeinsam mit der TU Berlin und Noris Network ein Forschungs- und Demonstrationsprojekt zum Thema Abwärmenutzung in Kompakt-Rechenzentren gestartet.

Server in Rechenzentren erzeugen hohe Mengen an Abwärme, die bisher mit hohem Energieaufwand aus dem Gebäude abgeführt und an die Umwelt abgegeben wird. Mit Hilfe der von der Thomas Krenn AG entwickelten Hot Fluid Computing-Technologie wird diese Abwärme am Server mit Wasser abgeführt und kann auf hohem Temperaturniveau (> 55°C) zum Zwecke der Gebäudeheizung oder für Brauchwassererwärmung zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen des Projektes wird diese Technologie genutzt, um in einem standardisiertem Rechenzentrum („Private Datacenter“ von dc-ce RZ-Beratung und Tobol) mit Hilfe einer Adsorptionskältemaschine von InvenSor Kälteleistung zu erzeugen. Die Kombination aus Abwärme und Adsorptionskälte erlaubt es, die Serverabwärme zum kühlen zu nutzen. Gekühlt werden können z.B. die im Rechenzentrum vorhandenen  Speichersysteme, Netzwerkkomponenten oder Unterbrechungsfreien Stromversorgungen.  Ziel des HotFlAd Projektes ist, durch die Kombination der drei Ansätze „Private Datacenter“, „Hot Fluid Computing“ und „Adsorptionskältemaschine“ eine Effizienzsteigerung von mindestens 300% gegenüber konventionellen Rechenzentren zu erreichen. Das neue Konzept wird zum einen unter Laborbedingungen an der TU Berlin (Hermann Rietschel Institut) und zum anderen unter Praxisbedingungen bei Noris Networks umgesetzt und demonstriert.

HotFlAd wird im Rahmen Förderinitiative „EnEff.Gebäude.2050 – Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Gefördert durch: Bundesminsterium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Im Jahr 2017 stieg der Strombedarf der Rechenzentren in Deutschland auf 13,2 Mrd. kWh an – ein Anstieg um 6 % im Vergleich zu 2016. Dies ist ein Ergebnis einer Untersuchung des Borderstep Instituts im Rahmen des Projektes TEMPRO. Auch die aktuelle Dokumentation „Stromfresser Internet“ des ZDF beschäftigt sich mit dem steigenden Energiebedarf der Rechenzentren.

Das Borderstep Institut hat im Rahmen des Projektes TEMPRO den Strombedarf der Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2017 berechnet. Der aktuelle Boom beim Neubau von Rechenzentren führt zu einem deutlichen Anstieg des Energiebedarfs der Rechenzentren in Deutschland. Die Rechenzentrumsinfrastruktur wird zwar immer effizienter und neu gebaute Rechenzentren erreichen oft PUE-Werte von 1,2 bis 1,3. Allerdings steigt der Bedarf an Rechenleistung so stark an, dass diese Effizienzfortschritte überkompensiert werden.

 

Strombedarf Rechenzentren in Deutschland 2010 bis 2017
Entwicklung des Strombedarfs der Rechenzentren in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2017

 

Ein Grund für das starke Wachstum an Rechenleistung in den Rechenzentren in Deutschland ist der Trend zu Cloud Computing. Deutsche Unternehmen haben ihre Zurückhaltung bei der Nutzung von Cloud Diensten weitgehend aufgegeben. Sie legen aber immer noch sehr hohen Wert darauf, dass die Daten in Deutschland bleiben. Dies führt dazu, dass sowohl nationale als auch internationale Cloud Anbieter aktuell sehr stark in Deutschland investieren.

Die Studie ist auf der Borderstep-Webseite verfügbar. Der steigende Anstieg des Strombedarfs des Internets ist auch Thema der ZDF-Dokumentation „Stromfresser Internet“.